Ethik im Krankenhaus

Die rasante Entwicklung von Wissenschaft und Technik eröffnet uns in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens (Medizin, Raumfahrt, Kommunikation, Handel …)  ständig neue Möglichkeiten und wirft damit aber auch eine Unmenge von neuen moralischen Problemen auf. Zeitgleich mit dieser Entwicklung sind nun manche ältere moralische Ordnungen, aufgebaut auf allgemein anerkannten Glaubensregeln, ins Wanken geraten. Das erschwert es, moralische Entscheidungen zu treffen. Dazu kommt, dass in den entwickelten Gesellschaften alle Entscheidungen in einem pluralistischen Klima getroffen werden müssen. Es scheint, dass im moralischen Klima von heute nie Einigkeit über richtig und falsch erzielt werden kann.  Nicht selten entarten Auseinandersetzungen über die richtige Entscheidung in gegenseitigen Verletzungen und Vorwürfen. Statt Klärungen hinterlassen solche Auseinandersetzungen dann nur noch größere Unsicherheiten. Manche lässt diese Situation verzweifeln, andere suchen nach hilfreicher Unterstützung.

Die ethisch reflektierte Entscheidung 3

Die ethische Dimension

Ethik-die vernachlässigte Dimension (Präsentation)

Lasst uns Menschen machen nach unserem Bilde-Artikel

Ethische Spannungsfelder in der Palliativversorgung (Konzept – Vortrag)

Pflegethik-turek (Präsentation)

Sinn und Spiritualität

Spiritualität – was ist das?

Wenn wir von Spiritualität reden, dann gebrauchen wir einen Begriff, der sehr unterschiedlich gefüllt wird. Aus meiner Erfahrung sind es vor allen zwei Traditionslinien, die hier in Deutschland immer wieder (zumeist unreflektiert) aufeinandertreffen.

Spiritualität, so wie sie im Umfeld von Palliativ-Care verwendet wird, ist verständlicherweise aus dem anglo-amerikanischen Kontext heraus zu verstehen.  Im weitesten Sinne wird sie als eine Form von Geistigkeit und Lebendigkeit als Gegensatz zum rein rationalen Denken und der Vorstellung von einer rein materiellen Körperlichkeit aufgefasst.

In diesem Sinne liegt das Wesen der Spiritualität hinter dem Materiellen verborgen und schließt Aspekte des Lebens wie Bedeutung, Sinn, Verbundenheit und Hoffnung mit ein (Borasio et al. 2005[1]). Sie lässt sich als die Art und Weise verstehen, in der Menschen ihr Leben deuten und angesichts seiner ultimativen Bedeutung und seines Wertes leben (Muldoon und King 1995[2]).

Mit dem Begriff Spiritualität wird im Allgemeinen eine nach Sinn und Bedeutung suchende Lebenseinstellung bezeichnet, bei der sich der Suchende seines „göttlichen“, die empirisch fassbare Wirklichkeit transzendierenden Ursprungs bewusst ist und eine Verbundenheit mit anderen Menschen, mit der Natur, mit dem Göttlichen spürt (Büssing und Ostermann 2004[3]).

Aus diesem Bewusstsein heraus bemüht sich der Suchende um die konkrete Verwirklichung der Lehren, Erfahrungen oder Einsichten im Sinne einer individuell gelebten Spiritualität, die konfessionell oder auch nicht-konfessionell sein kann (Büssing und Ostermann 2004 [Anm.3]).

Es gibt eine wachsende Überzeugung, dass Spiritualität gegenüber der Religion mehr elementare und grundlegendere Aspekte beinhaltet (NICE 2004[4]), ist sie doch „eine subjektive Erfahrung, die sowohl inner- als auch außerhalb traditionell religiöser Systeme existiert“ (Brady et al. 1999[5]). Spiritualität kann in Unterscheidung zu Religiosität als ontologisch motivierter Impuls zur Erlangung einer Einheit oder einer Beziehung mit Gott gesehen werden (Hodge 2006[6]).

Bewusstes religiöses Erleben ist demnach eine Form des Spirituellen. Spiritualität ist daher sowohl inner- als auch außerhalb von Religionen zu finden und hat unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensführung und die ethischen Wertvorstellungen.

Spiritualität kann als Kombination von religiösem und existentiellem Wohlbefinden umschrieben werden (Laubmeier et al. 2004[7], Paloutzian und Ellison 1982[8]).

Existentielles Wohlbefinden als nicht religionsgebundene Form des Wohlbefindens ist auch verwandt mit Sinn und Zweck im Leben (Laubmeier et al. 2004, Paloutzian und Ellison 1982).

Es gibt einen zunehmenden Konsens darüber, dass Spiritualität gegenüber der Religiosität das breitere Konstrukt ist, das alle Bedürfnisse, Einstellungen, Werte, Überzeugungen und Praktiken mit einschließt, die unsere materielle und objektive Welt übersteigen, besonders was die Bedeutung des Lebens und die Hoffnung betrifft.

Spiritualität kann in Unterscheidung zu Religiosität als ontologisch motivierter Impuls zur Erlangung einer Einheit oder einer Beziehung mit Gott gesehen werden (Hodge und 2006). Sie ist trotz messbarer religiöser Eigenschaften, wie z.B. der institutionellen Zugehörigkeit oder der Gottesdienstbesuche nicht dichotom (entweder an- oder abwesend in einer Person).

Eckhart Frick beschreibt Spiritualität in moderner Diktion als eine Systemeigenschaft des lebendigen Menschen, die sich durch Subjektivität, Kommunikation und Selbsttranszendenz auszeichnet (Frick 2002[9]). Sie ist also weder eine eigentlich esoterische noch eine religiöse Praktik, sondern primär eine grundlegende Dimension des Menschseins.

Daraus lässt sich schlussfolgern:

Es ist nicht die Frage, ob ein Mensch spirituell ist oder nicht, sondern vielmehr ob er diese Eigenschaft wahrnimmt und sich dieser bewusst ist!


[1] Borasio, G.D., Fegg, M.J., Wasner, M., Longaker, C. (2005): Effects of spiritual care training for palliative care professionals. Palliative Medicine 19, 99-104.

[2] Muldoon, M., King, N. (1995): Spirituality, health care, and bioethics. J Relig Health 34, 329-349.

[3] Büssing, A., Ostermann, T. (2004): Caritas und ihre neuen Dimensionen- Spiritualität und Krankheit. In: Patzek, ed. Caritas plus…Qualität hat einen Namen. Butzon&Bercker, Kevelaer, pp 110-133.

[4] NICE (2004): Guidance on Cancer Services. Improving Supportive and Palliative Care for Adults with Cancer. The Manual. National Institute for Clinical Excellance, London, UK. Available at http://www.nice.org.uk.

[5] Brady, M.J., Peterman, A.H., Fitchet, G. (1999): A case for including spirituality in quality of life measurement in oncology. Psychooncology 8, 417-428.

[6] Hodge, D., (2006): A Template for Spiritual Assessment: A Review of the JCAHO Requirements and Guidelines for Implementation. Social Work 51

[7] Laubmeier, K.K., Zakowski, S.G., Bair, J.P. (2004): The role of spirituality in the psychological adjustment to cancer: a test of the transactional model of stress and coping. Int J Behav Med 11, pp. 48-55.

[8] Paloutzian, R., Ellison, C. (1982): Loneliness, spiritual well-being, and the quality of life. In: Peplau L, Perlman D, eds. Loneliness: a source book of current theory, research, and therapy. Wiley, New York, pp 224-237, pp

[9] Frick, E. (2002): Glaube ist keine Wunderdroge. Hilft Spiritualität bei der Bewältigung schwerer Krankheit? Herder Korrespondenz 1/2002, 41-46.

Was brauchst du-spirituelle Anamnese

spirituelle Begleitung-14

Struwelpeter-Bedürfnisse

Kolumnen

Im Laufe der Zeit bin ich hin und wieder von der Leipziger Volkszeitung gebeten worden, eine kurze Kolumne zu einem aktuellen Thema aus christlicher Sicht zu verfassen. Einige davon befinden sich noch in meinem „Speicher“:

Lustvoll scheitern-23-2  / Mit mir selbst befreundet sein / Typisch deutsch-LVZ-04 / Unbeschämt leben-02-2 / Kooperation statt Konkurrenz 10-2 / Hunger nach Sinn / Friede sei mit dir -2011 / Die Welt ist mir ein Rätsel – 05 / Dankbarer Rückblick 10 / Abstand gewinnen / Vorbilder-Mangelware / Leipziger Herbst-LVZ / Ist mir das erlaubt

Griechenland erleben

Der Verein „Griechenhaus e.V.“ lädt zum regelmäßigen „griechisch-deutschen Stammtisch“ in die Gaststätte  „Ambrosia“[1] ein.

Da wir in lockerer Form miteinander reden wollen, gibt es zu jedem Stammtisch Interviews (keine Vorträge!), Live-Musik (es spielt Georgios Chatzis) und natürlich leckeres griechisches Essen und auserlesene Getränke.


[1] Prager Strasse 253, 04317 Leipzig

Organtransplantation und Hirntod

 im  Spannungsfeld unterschiedlicher Bedürfnisse –

Neben den „guten“ Gründen einer Organentnahme zuzustimmen gibt es auch „gute“ Gründe dies nicht zu tun. Die Abwägung, welche überwiegen, muss dem Einzelnen überlassen bleiben.

Die Vorraussetzung für eine rational abgewogene Entscheidung, wäre nun allerdings das Wissen um die verschiedenen Argumente. Dass diese („nicht-manipulativ“)  in aller Öffentlichkeit dargestellt und auch öffentlich diskutiert werden, sollte eigentlich in einer sich demokratisch verstehenden Gesellschaft selbstverständlich sein. Auch sonst gilt ja in medizinische Belangen nur der aufgeklärte Patient als der zustimmungsfähige Patient („informed consent“).

Allerdings: Die allgemeine Werbung für die Organspende bietet nicht wirklich Information! Ganz im Gegenteil: Während bei der «Aufklärung» der Bevölke­rung die Interessen der Organbedürftigen gute vertreten werden, kommen die verschiedenen Bedürfnisse der Organspender und ihrer Zugehörigen zu kurz.

Wer informiert über die ungeklärte Problematik des Hirnto­des, darüber, dass ein hirntoter Mensch noch lebt – im Unterschied zu einer Leiche, die zur Obduktion freigegeben wird -, dass er von Blut durchpulst wird, dass die Beatmungsmaschine erst nach den Explantationen abgestellt wird, dass in vielen Fällen sogar meh­rere Operationsteams nacheinander die für sie interessanten Or­gane explantieren?

Notwendig ist es, über die Argumente und Interessen, die hier im Spiel sind, umfassen zu informieren und zueinander in Beziehung zu setzen. Dabei geht es auch um die mehr oder weniger verdeckten Interessen der Pharmaindustrie, der Transplantationszentren und Kliniken.

Als Seelsorger, der auch Sterbende begleitet, habe ich Zweifel an der Gleichsetzung vom Tod des Menschen mit seinem Hirntod( Hirntoddefinition-Turek).

Ist der Hirntod der Tod des Menschen

Textdatei: Der verweigerte Dialog2

PP-Präsentation: Spannungen-2013

Text  Fehldiagnose-Hirntod

Anmerkungen zu der Aufklärungsschrift der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Organpate werden – Antworten auf wichtige Fragen

BZgA-2013_Erwiderung

Die Aufklärung der  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: BZgA-2013

Heilmittel „Humor“

Humor wird als ein Lebenselexier vorgestellt; als eine Haltung,die dabei hilft, in ausweglos erscheinenden Situationen zu überleben.

Unter Umständen kann ein Aufenhalt im Krankenhaus – egal ob als Patient oder Mitarbeiter – als solch eine Situation erlebt werden.

Grundsätzlich ist es auch wichtig, zu erkennen welche Bedürfnisse danach verlangen endlich gestillt zu werden.

Humor im Krankenhaus

Humorpotential

Struwelpeter-Bedürfnisse